Tanken an der hauseigenen Wasserstoff-Tankstelle, die Verwertung weggeworfener Lebensmittel in einem Restaurant, ein Abseitsassistent im Fußball und drei weitere Ideen waren die Grundlage für sechs Start-up-Geschäftsideen, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b des Gymnasiums am Mittwochmorgen in einem Workshop entwickelten. Zum Abschluss stellten sie um 14 Uhr ihre Ideen einer auswärtigen Jury vor. Alle waren sie mit Herz und Verstand bei der Sache und genau das war Sinn und Zweck des Workshops, der aktuell als Pilotprojekt an zehn allgemeinbildenden Schulen des Landes läuft.

Das Land Baden-Württemberg will bei Jugendlichen Unternehmergeist wachrufen, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau hat daher die Landeskampagne „Start-up BW“ initiiert. Zehn Schulen im Land nehmen derzeit an der Landeskampagne teil, die zunächst als Pilotprojekt unter dem Titel „Start-up BW Young Talents Innovation Workshop & Pitch“ läuft. Das Gymnasium Achern kam in die Auswahl der zehn Schulen im Land, weil es in den in den vergangenen Jahren mehrfach sehr erfolgreich am Wettbewerb „Jugend gründet“ teilgenommen und somit auf diesem Gebiet einen guten Ruf hat.

Diplomsoziologin Eva Mürrle vom Steinbeis-Innovationszentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim führte zusammen mit Marius Kumkis am Mittwoch den Workshop durch, Wolfram Ehmann nahm mit seiner Klasse 10b daran teil. Morgens zur normalen Unterrichtszeit ging es los. Mithilfe von Kreativitätstechniken entwickelten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b in Teams Geschäftsideen und arbeiteten diese aus. Vertrieb, Produktwerbung, Wirtschaftlichkeit, Kundenkreis und Alleinstellungsmerkmal waren bei der Entwicklung der Geschäftsidee miteinzubeziehen, die zentrale Frage war selbstverständlich: Welchen Nutzen haben eure Kunden von eurer Geschäftsidee und welches Problem kann sie lösen. Um 14 Uhr folgte dann der sogenannte „School-Pitch“, in dem jedes Team drei Minuten Zeit hatte, seine Businessidee der externen Jury aus Eva Mürrle, Marius Gebicke (Geschäftsführer bei Define Media GmbH)), Alexander Gehring (Diplom Ingenieur FH, Unternehmer) und Andreas Kaul (Dipl. Ing., Leitung Verkauf bei Gubela GmbH) zu präsentieren. Das Siegerteam qualifizierte sich für den Regional Cup des „Start-up BW“ in Karlsruhe und tritt dort mit seiner Geschäftsidee gegen die anderen Siegerteams des Landes an.

„Die Zukunft unseres Autos bewegt mich schon seit längerem“, trug Paul Steiner vor. Er, Patrick Kimmig und Ayman Ratey hatten als Geschäftsidee eine solarbetriebene Tankstelle am eigenen Haus entwickelt, die das Betanken eines Brennstoffzellenautos mit Wasserstoff in eigener Regie ermöglicht. Für diese Idee und ihre Entwicklung zeichnete sie die Jury mit dem ersten Preis aus. Rita Degraf, Tamara Hagemann, Fatma Harb und Amelie Mohr fanden es unsäglich, dass so viele Lebensmittel weggeworfen werden, sie entwickelten daher die Geschäftsidee „refood“. Sie wollten ein Restaurant eröffnen, in dem solche Lebensmittel verwertet werden. Auch Kochkurse gehörten zu ihrer Geschäftsidee. Sie erhielten für ihre Idee den Kreativpreis. Den Sonderpreis für den besten Teamauftritt erhielten Stefan Breitenbicher, Manuel Deger und Marius Früh für ihre Idee eines elektronischen Abseitsassistenten beim Fußball. Der „8 Club“, ein mobiler Jugendtreff, Salzkristalle statt Chlor für Schwimmbäder und „öplato“, Baumaterial aus recyceltem Kunststoff und Beton, waren die weiteren Geschäftsideen. Zum Ende der Veranstaltung dankte Eva Mürrle allen Teams für ihr Engagement, der Jury für ihre Bewertungsarbeit und Wolfram Ehmann für das Mitmachen mit seiner Klasse.