Achern (gat). Wie kann man Kindern spielerisch etwas über die Illenau vermitteln? Diese Frage stellte sich Geschichtslehrer Wolfram Ehmann mit seinen Schülerinnen und Schülern der Klasse 10 und sie entwickelten prima Ideen dazu: Spiele, Puzzle, Kinderbücher und Memorys. Im Rahmen der Ringvorlesung des Gymnasiums im Illenau-Museum stellten sie ihre verwirklichten Ideen in sieben Gruppen vor, Florian Hofmeister, der Vorsitzende des Fördervereins der Illenau, lobte: „Ich bin begeistert, was ihr für tolle Ideen hattet und wie ihr sie mit Liebe zum Detail umgesetzt habt. Wir werden alle eure Arbeiten bis im September im Illenau-Museum ausstellen und uns im Vorstand überlegen, welche wir für unser Museum übernehmen werden.“

Tim Blank, Chiara Brenn und Ines Nüssel setzten ein Spiel für Spielfreudige von 10 bis 99 Jahren um, in dem die Direktoren der Illenau besonders im Blickpunkt stehen. „Transport der Direktoren“ heißt demgemäß der Titel. Nele Hentschel, Jannick Kron, Anna Stöckle und Ajlah Tercic entschieden sich für ein Würfelpuzzle mit Bildern der Illenau von damals und heute und demonstrierten, wie es zu handhaben ist. Ein Memory aus Holzteilen mit acht Paaren fertigten Jonas Birner, Paul Kron und Leon Roser, während Stefan Breitenbichler und David Toptschiev eines fertigten, das aus 24 Karten besteht. Spannende Fragen wie „Welcher Gegenstand verschwand am Ende des Zweiten Weltkrieges aus der Illenau?“ bietet das Brettspiel von Jana Metz, Jil Schell und Luisa Stech. Teresa Neureiter setzte zusammen mit Evelyn Ziborius auf den Reiz von Rätseln und Fragen. „Das Geheimnis der polnischen Mädchen“ heißt dementsprechend ihr gefertigtes Buch, es motiviert dazu, in die Rolle einer Detektivin, eines Detektivs zu schlüpfen. Insgesamt hat der Leser dabei 12 Rätsel zu lösen. Für ein schriftliches Werk entschieden sich auch Soraya Endt und Lara Leichsenring, „Paul in der Illenau“ heißt der Titel des 26 Seiten umfassenden Kinderbuches.

Wie Geschichtslehrer Wolfram Ehmann mitteilte, sind alle Schülerinnen und Schüler Mitglieder einer Projektklasse, die zu Beginn des nun zu Ende gehenden Schuljahres gebildet wurde. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich freiwillig für diese Klasse gemeldet, widmeten sich im ersten Halbjahr dem Europäischen Wettbewerb 2018 unter dem Thema „Denk mal – worauf baut Europa“ und beschäftigten sich im zweiten Schulhalbjahr intensiv mit der Geschichte der Illenau. Ehmanns Fazit lautete: „Danke, dass ihr den Projektunterricht so engagiert angegangen seid und euch so selbstständig und kreativ in die Geschichte der Illenau hineingekniet habt. Die Ergebnisse sind toll geworden.“ Auch ein sehr einfühlsamer Illenau-Film war im Rahmen des Projektunterrichts entstanden, Chiara Brenn, Lara Leichsenring, Ines Nüssel und Anna Stöckle hatten ihn gedreht, beim Europäischen Wettbewerb eingereicht und einen Preis erhalten. Der Film gibt anhand eines fiktiven Patiententagebuchs Einblick in die Vergangenheit der Illenau, insbesondere in die Zeit des Nationalsozialismus, in der viele Patienten aus der Illenau abtransportiert wurden. Florian Hofmeister überreichte den Filmerinnen einen Gutschein für den Illenauer Kunstsommer und teilte noch mit: „Wir haben uns für eine geänderte Nutzung für die PCs und Monitore im Illenau-Museum entschieden. Während zwei Monitore der Präsentation und als Illenau-Archiv dienen, wird ein Rechner ganz für Schülerarbeiten reserviert.“

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Zehntklässler des Gymnasiums fertigten im Rahmen eines Projektunterrichts Spiele, Puzzle, Kinderbücher und Memorys für die Illenau. Auch ein Film enstand, wofür Florian Hofmeister (links) Gutscheine für den Illenauer Kunstsommer überreichte. Auf dem Foto: Florian Hofmeister (links) und Geschichtslehrer mit den Schülerinnen und Schülern der Illenau AG.