Nachdem uns das Thema „Nachhaltigkeit“ durch die Oberstufe begleitet hatte, fuhr unser KS2- Erdkundekurs am Freitag den 18. Januar 2019 mit Geo-Lehrerin Susanne Wagner-Zidane im Rahmen einer GFS ins Freiburger Stadtviertel Vauban, um vor Ort zu sehen, wie nachhaltige Stadtplanung umgesetzt werden kann. Bereits auf dem Hinweg wurden wir thematisch eingestimmt, denn die Freiburger Innenstadt war für eine Demo gesperrt: Tausende Schüler hatten sich der weltweiten Aktion "Fridays for Future“ angeschlossen und demonstrierten mit Transparenten wie „There is no planet B“ und „We have to act“ für eine bessere Klimapolitik .

Im Freiburger Quartier Vauban erfuhr die Gruppe, dass man hier bereits in den 1990ern, als das ehemalige Kasernengelände in ein Wohn- und Mischviertel umfunktioniert wurde, auf Bürgerengagement und Umweltbewusstsein gesetzt hatte. Bei unserem Besuch wollten wir nun sehen, ob diese Ziele erreicht wurden.

Unser Rundgang begann beim Green City Hotel, das neben ökologischen auch soziale Aspekte berücksichtigt, indem es auch Menschen mit Behinderung beschäftigt. Beeindruckend war auch die Solarsiedlung – ein Plusenergie-Komplex- am Rande des Viertels. Etliche Solaranlagen auf den Dächern sorgen hier dafür, dass die Gebäude mehr Energie produzieren, als sie selbst verbrauchen. Neben Reihenhäusern gibt es hier auch einen Gewerbebau mit Mehrfachnutzung - „das Sonnenschiff“: Während in den unteren Stockwerken Unternehmen und Geschäfte angesiedelt sind, befinden sich im oberen Teil Aufbauwohnungen und Dachgärten. Durch die Funktionsmischung will man ein lebendiges Viertel mit kurzen Wegen schaffen.

Unser Spaziergang führte uns vorbei an den ehemaligen Mannschaftsgebäuden - heute u.a. Studentenwohnheime mit alternativem Erscheinungsbild - und durch die neu gebauten Gebiete. Auf Grund der Jahreszeit konnten wir leider keine grünen Straßenzüge bewundern, jedoch sah man, dass auf Begrünung (Fassaden, Dächer, Vorgärten) Wert gelegt wird. Zudem konnten wir getrost auf den Straßen herumlaufen, da das Quartier Vauban als weitgehend autofreies Viertel konzipiert wurde. Nur wenige Straßen dürfen mit Tempo 30 befahren werden, und Autobesitzer müssen in Quartiersgaragen am Rand des Viertels parken. Viele Bewohner nutzen die gute Straßenbahnanbindung, Car-Sharing-Angebote, das Fahrrad oder gehen zu Fuß. Auffallend waren breite Fahrradwege sowie Fahrradgaragen vor den Wohnhäusern. Die verkehrsberuhigten Bereiche ebenso wie die großzügigen Grünanlagen versprachen Kinderfreundlichkeit, was wir um die Mittagszeit auch bemerkten, denn nach Schule oder Kita lebten die Spielplätze auf.

Um die Meinung der Bewohner und Passanten im Vauban zu erfahren, führten die Schüler in Kleingruppen eine Umfrage durch. Während Familienfreundlichkeit, Einsparungen bei den Nebenkosten sowie die Möglichkeit Wohnen und Arbeiten zu verbinden geschätzt wurden, deckten die Befragten auch einige Nachteile auf. So soll der Wohnungsmarkt innerhalb des Viertels zunehmend von Investoren beherrscht sein, sodass die Mieten steigen. Das liegt natürlich auch an der allgemeinen Wohnungsnot in Freiburg. Auch soll es Leute geben, die nur des Status wegen hier leben. Weiterhin wurde mehr Konsequenz beim autofreien Verkehrskonzept gefordert, da einige Bewohner illegal an ihren Grundstücken parkten.

Somit bekamen wir einen Einblick in die Vorzüge und Defizite eines solchen Viertels und hatten durch die Verknüpfung von Praxis und Theorie eine schöne letzte Erdkundestunde unserer Schullaufbahn.