Amazon, ein Unternehmen, das nicht nur in der Gründerszene große Wellen schlägt. Amazon ist der mit Abstand größte Onlinehandel der Welt. Niemand hat so viel Auswahl, soviel Kunden und niemand bringt so viel Innovationen in diesem Bereich hervor. Klar auch, dass Konkurrenten und Medien diese Entwicklung, die Amazon seit der Gründung durchmacht, nicht nur positiv bewerten. Umso interessanter war es für uns das Unternehmen aus nächster Nähe kennen zu lernen und uns eine eigene Meinung zu bilden. Gemeinsam mit den Wirtschafts-Kursen, machten wir uns am Dienstag, den 5. Februar 2019 auf den Weg nach Pforzheim, um einen Blick in das dortige Logistikzentrum zu werfen. Bei Kaffee, kalten Getränken und einem Vortrag über Amazon speziell in Pforzheim wurde uns das Unternehmen und seine Strategie gleich näher vorgestellt. Neben den Fakten an sich, der Logistikbranche und der Kritik, welche Amazon immer wieder durch die Medien erfährt, interessierten uns natürlich auch die Karrieremöglichkeiten, die Amazon vor allem jungen Leuten bietet. Nachdem unser (Wissens-) Durst dann gestillt war, ging es los mit der eigentlichen Besichtigung.

 

Das 2012 eingeweihte Logistikzentrum in Pforzheim ist eines von 12 Logistikzentren in Deutschland. Es umfasst eine enorme Fläche von 110.000 m², was mehr als 17 Fußballfeldern entspricht. Insgesamt schafft Amazon in Deutschland über 13.000 feste Arbeitsplätze im Logistikbereich. Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, sowie wettbewerbsfähiges Grundgehalt (10,78€ brutto/Stunde), Sicherheit und Gesundheitsaktionen stehen dabei allen Mitarbeitern zur Verfügung. Auf diese Grundsätze legt Amazon großen Wert.

Das Logistikzentrum Pforzheim hat sich dabei auf den Versand von größeren Artikeln spezialisiert und arbeitet wie alle Logistikzentren Amazons nach dem chaotischen System. Doch was ist überhaupt dieses chaotische System, von dem hier die Rede ist? In diesem System werden Produkte, die nichts miteinander zu tun haben, zusammen in einem Fach gelagert. Gleiche Produkte liegen so oft weit auseinander, was praktisch für die Kommissionierer ist. Ihnen wird digital mitgeteilt, welche Produkte sie als nächstes kommissionieren müssen. Um so produktiv wie möglich arbeiten zu können, werden lange Laufwege vermieden und derjenige, der am nächsten an dem bestellten Produkt steht, bekommt den Auftrag zugeteilt. Durch die chaotische Verteilung ist ein Produkt nie weit vom Kommissionierer entfernt. Außerdem kann so Platzverschwendung und komplizierte Einlagerung umgangen werden. Produkte sind somit in der ganzen Fläche verteilt. Läuft man durch die Reihen sieht man Fernseher, Kinderwägen, Swimmingpools, Snowboards, Katzenfutter, etc. mehrere Tausende grundverschiedene Produkte ungeordnet nebeneinander. Gelagert wird dabei sowohl in speziellen Regalen als auch auf Paletten, im Hochregal und sehr viel einfach in Kartons auf dem Boden.

Bei unserem Besuch wurde von Seiten Amazons auch immer wieder der Konflikt von Amazon mit der Gewerkschaft Verdi erwähnt. Dabei wurden uns zum besseren Verständnis die Gründe für diese Meinungsverschiedenheiten erklärt und verschiedene Vorwürfe wie zum Beispiel, dass Amazon-Mitarbeiter wie in fast jedem anderen Unternehmen auch selbstverständlich auf die Toilette gehen und Wasser trinken dürfen, richtig gestellt. Jedoch wurden manche Nachfragen teilweise auch geschickt umgangen.

Alles in allem war es jedoch eine sehr interessante Exkursion mit der Möglichkeit, einen Global Player wie Amazon einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu können. An dieser Stelle möchten wir uns natürlich auch herzlich bei Amazon für das Ermöglichen dieser Besichtigung sowie für den überaus freundlichen Empfang bedanken. Wir hoffen, dass alle Exkursionsteilnehmer etwas Lehrreiches aus diesem Nachmittag mitnehmen konnten.