Der ehemalige Alkoholiker Thomas Adam bietet eine etwas andere All-Around–Tour in der Großstadtmetropole Frankfurt an. Das PSE- Modul von Geschichtslehrer Andreas Kühn durfte während des Aufenthaltes an dieser Special-Stadttour teilnehmen. Er erzählte aus seinem früheren Leben als Süchtiger und zeigte ihnen nebenbei eine andere Seite Frankfurts, die es in jeder größeren Stadt zu finden gibt.

Thomas Adam hatte schon immer Probleme mit seinem Vater und fing schon als 15- Jähriger an zu trinken. Später heiratete er, doch wegen seiner Sucht verlor er seine Frau wieder und seinen Job noch dazu. Als Obdachloser zog er planlos umher. Irgendwann kam er nach Frankfurt und lernte viel über das Straßenleben. Seine Sucht konnte er zum Glück bekämpfen. Jetzt sagt er, dass eine Sucht unheilbar sei. Heute gibt er Stadtführungen in der Obdachlosengegend. Sein erarbeitetes Geld spendet er zu 100 Prozent dem „Team vom Straßenblick“.

Er erzählt auch von Arthur Gatter, dem Hammermörder. Dieser psychisch kranke Mann erschlug 1990 mit seinem Hammer insgesamt sieben Obdachlose. In dieser Zeit hatte Thomas Adam immer Angst.

Die Tour führt außerdem zum Kapuzinerkloster am Liebfrauenberg, welche auch eine Tagesstätte für Obdachlose ist. Die Obdachlosen können sich dort ihr eigenes Essen für wenig Geld kaufen. Das Kloster hat auch Wohnungen angemietet, in denen Obdachlose, die keine Sucht haben, wohnen dürfen.

Es gibt auch “Bettel-Touristen und die Bettel-Mafia“, welche Konkurrenz für andere darstellen. Untereinander gibt es keine Freundschaften und kein Vertrauen, da alle Konkurrenten sind. Häufig gibt es unter ihnen Gewalt und sie lassen Drogen oder Alkohol mitgehen, aber sie holen keine Polizei. Wenn sie aber erwischt werden, kommen sie häufig ins Gefängnis. Über Folgen denken sie meist nicht nach und sehen nur das Geld. Mord- und Totschlag gibt es, aber sehr selten. Die meisten Männer wollen nicht in ein Männerwohnheim, da es dort sehr viel Gewalt und Polizeikontrollen gibt.

In Frankfurt wird sehr auf die Obdachlosen geachtet. Im Winter zum Beispiel fahren sogenannte Kältebusse durch die Stadt und verteilen notwendige Sachen an die Obdachlosen, damit sie nicht erfrieren. Wenn es sehr kalt ist, wird der Bahnhof geöffnet, damit die Obdachlosen dort schlafen können.