Am 11.05.2017 präsentierten die Zeitzeugen Herr Kluge und Herr Dr. Staiger den 9ern des Gymnasiums Achern das Leben in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

In der Nacht vom 13.08.1961 wurde die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland (BRD) vollständig von Einheiten der DDR geschlossen. In den kommenden Jahren baute die DDR eine sehr lange und breite Mauer, die mit Beobachtungstürmen, Flächen- und Höckersperren, Selbstschussanlagen, Panzersperren, Sicherheitszäunen, Minen etc. ausgestattet wurde.

Enge Familienangehörige oder gar gute Freunde konnten einen bei der STASI melden. Wenn die STASI demnach einen Verdacht auf Fluchtversuch oder gar andere Straftaten hatte, so wurde die verdächtige Person gefangen genommen. Um einer harten Bestrafung zu entgehen, wurde noch während der oft stundenlangen Verhöre oft mit der Einstellung als zukünftiger IM (informeller Mitarbeiter der STASI) geworben. Sie müssten dafür den engsten Freundes- und Familienkreis ausspionieren. Ein Angebot, das manch einer notgedrungen annahm.

In der DDR hatte man fast keine Chance zu fliehen. Man konnte jedoch den Fluchtweg über Tschechien wählen, da zwischen diesen beiden Ländern keine stark bewachte Grenze aktiv war. Dieser Fluchtweg verlief durch Ungarn und Jugoslawien, mit Glück erreichten die Flüchtlinge zuletzt Österreich, ehe man in die Bundesrepublik einreiste. Jedoch konnte man auch sehr leicht vom Militär des jeweiligen Landes erwischt und an die STASI übergeben werden.

Repressionen innerhalb der DDR gab es genügend, so wurde man zum Beispiel nicht in einer Universität angenommen, wenn man sich westlich (BRD) orientierte (z.B. durch Westfernsehen,...) Diese Drangsalierung begann auch schon in der Schule, wenn man im Auftrag der Lehrer daheim kontrollieren musste, welche Ziffernblöcke die Uhren im Fernsehen hatten, wenn die Eltern die Nachrichten schauten. Waren die Ziffernblöcke Striche, schauten die Eltern Westfernsehen; so denunzierten die Kinder unwissentlich ihre Eltern zugunsten der Staatssicherheit. Akzeptabel war hingegen die Uhr der Ostnachrichtensendung, die mit Punkten ausgestattet war.

Herr Kluge und Herr Dr. Staiger berichteten viel aus ihrem persönlichen Umkreis, aus ihrem Familien- und Berufsleben, sodass die SchülerInnen einen Einblick bekamen vom Leben in einer sozialistischen Diktatur. Die Menschen sehnten sich nach Freiheit und nach einem Leben ohne Mauern und Schießbefehl, sodass die lebensgefährliche Flucht oft die einzige Chance war, der Staatsdoktrin zu entkommen. Einige, wie Herr Dr. Staiger, erreichten eine legale Ausreise, für andere, wie Herrn Kluge, blieb nur die Flucht mit allen Konsequenzen.

Nachtrag Herr Kühn:

Sehr herzlich möchten wir uns bei Herrn Kluge und Herrn Dr. Staiger für ihren Besuch bedanken, wir hoffen sehr, sie beide nächstes Jahr wieder an unserer Schule begrüßen zu dürfen. Ebenso bedanke ich mich bei allen Mitgliedern der Geschichts- und der Technik-AG für die Organisation, ihr seid klasse!

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