Römertag am Gymnasium Achern mit Herrn Dr. Junkelmann

„Agite!“ – „Los!“ So wurde im alten Rom der Beginn eines Gladiatorenkampfes eingeläutet. Aber nicht nur im alten Rom konnte man diesen Ausruf hören, sondern auch am Römertag des Gymnasiums Achern.

Meistens stellt man sich, wenn man das Wort Gladiator hört, blutige Schlachten mit vielen Toten vor. Das dachten auch wir, die Lateinschüler vom Gymnasium Achern. Doch Herr Dr. Junkelmann, ein deutscher Historiker und Experimentalarchäologe, überzeugte uns vom Gegenteil. 

Der Römertag wurde eröffnet mit Workshops über Themen wie die punischen Kriege, das römische Militär, den Limes – und natürlich Gladiatoren. 

Anschließend informierte uns Dr. Junkelmann über das Leben der Gladiatoren anhand des Trailers seines neuen Films über Gladiatoren in Carnuntum, einer Ausgrabungsstätte in Niederösterreich, und vieler antiker Darstellungen. Entgegen der allgemeinen Vorstellung konnten freie Gladiatoren ein ganz normales Leben führen. Die Gladiatur war ein ernst zu nehmender Beruf und es gab sogar spezielle Schulen, die junge Männer zu begnadeten Gladiatoren ausbildeten. Eine der wenigen Schulen, die bis heute nördlich der Alpen gefunden wurden, lag in Carnuntum.

Die Bezahlung der Gladiatoren richtete sich nach Qualifikation, Ort des Kampfes und danach, ob die Männer frei oder unfrei waren. Die Kämpfe fanden fast immer im Duell statt. Dabei gab es unterschiedlich bewaffnete Gladiatoren. Anfangs erweckten die Unterschiede der Bewaffnung einen Eindruck von Chancenungleichheit, jedoch wurde schnell klar, dass sich die Vor- und Nachteile ausbalancierten und somit aufhoben. Anders als in Filmen und auf Bildern gezeigt wird, überlebten 90% der Gladiatoren und waren nicht schon von vorne herein zum Tode verurteilt. 

Da die Gladiatoren viele Bewunderer hatten, konnte man viele dieser Dinge durch Darstellungen z. B. auf Grabsteinen oder durch "Fanartikel" herausfinden, die sehr viel Aufschluss über das damalige Leben eines Gladiators geben und uns das alte Rom ein kleines Stück näher bringen. 

Das absolute Highlight war zum Schluss der Kampf zweier junger Gladiatorenschüler, eines Netzkämpfers (lat. retiarius) und eines Verfolgers (lat. secutor), die kurz davor originalgetreu eingekleidet und in ein paar Techniken der Kampfkunst eingewiesen worden waren.

Im Anschluss an diese Begegnung bereiteten die Schülerinnen und Schüler Rollenspiele, Plakate und Kurzreferate über die verschiedenen Themen der Workshops vor, die dann bei einer abschließenden Präsentation im Kreise aller Lateinschüler und -lehrer des Gymnasiums Achern vorgestellt wurden. – FINIS

Fotos: Andreas Kühn und Franziska Wagner