Spontan kommen beim Abschied auf die in englischer Sprache gestellten Fragen, was ihnen denn in Deutschland am besten gefallen habe, von dem jungen Chinesen Chen Yu Wang und von seiner Schulkameradin Xin Yi Gao die Antworten „the friendship“, die Freundschaft, und „the family“, die Familie. Mit herzlichen Umarmungen und auch mit der einen und anderen Träne im Auge verabschiedeten sich am Dienstagmorgen die chinesischen Austauschschüler der Highschool N° 2 aus Hangzhou mit ihren Lehrern Jia Liu, Jun Ying He und Hai Ming Quian von ihren deutschen Austauschpartnern und gingen vor ihrer endgültigen Heimreise noch auf Tour nach Heidelberg, Weimar und Leipzig, Berlin und Köln. Acht Tage hatten die Chinesischen Austauschschüler im Alter von 16 und 17 Jahren ihre Zeit bei ihren deutschen Austauschpartnern in Achern und Umgebung verbracht, nachdem diese Ende Mai bis Anfang Juni zu Besuch in Hangzhou gewesen waren.

Dass Xin Yi Gao und Yu Wang Freundschaft und Familie in ihrer Wertschätzung ganz vorne einreihten, ließ eindeutig erkennen, dass die chinesischen Austauschschüler bei ihren Gastfamilien bestens aufgenommen wurden und dass in der gemeinsamen Zeit in China und in Deutschland Beziehungen gewachsen waren. Denn es hätte genug Attraktives gegeben, dass man hätte nennen können, angefangen vom Ausflug auf die Hornisgrinde und einer Wanderung zum Mummelsee über eine Führung durch Straßburg bis zum Besuch des Mercedes Benz – Museums in Stuttgart. Darüber hinaus unternahmen die Chinesen Ausflüge mit ihren Gastfamilien.

Während die 15 chinesischen Schülerinnen und Schüler in den Familien ihrer deutschen Partner wohnten, logierten die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer in Achern im Gasthaus zum Ratskeller. Auch sie konnten viel erleben, wurden von ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen auf Touren nach Freiburg und in den Schwarzwald und nach Baden-Baden zum großen Oldtimer-Treffen sowie zu einer Führung durch das Casino mitgenommen. Auch unter den Lehrern wuchsen persönliche Bindungen, die Dolmetscherin Juan Wang eingeschlossen.

So wie für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Achern bei ihrem Besuch in Hangzhou vieles neu und ungewohnt war, so war es jetzt umgekehrt für die chinesischen Gäste in Achern. „In dieser Straße wohnt eigentlich schon ganz Achern“, lautete ein Kommentar, als man Ende Mai in der Neun-Millionen-Stadt Hangzhou eingefahren und an einer langen Reihe von Hochhäusern vorbeigefahren war. Schmunzelnd zählte Hai Ming Quian die Stockwerke, als ihn auf der Fahrt zum Gymnasium Johannes Börsig auf das Hochhaus an der Ecke Sasbacher, Straßburger Straße hinwies. Waren das Faszinierende für die Acherner Austauschschüler die Ausmaße und Menschenmengen der chinesischen Großstädte, so schätzten die Chinesen hier das Ländliche und Kleinstädtische und die Beschaulichkeit statt großstädtischer Hektik. Dass man abends noch sitzt, etwas trinkt und vielleicht auch mal länger hocken bleibt, trinkt und lacht, wenn’s spaßig und gemütlich ist, das gefiel den chinesischen Lehrer und sie meinten: „Das ist Leben“, denn das war schon erstaunlich in der Großstadt Hangzhou so wie auch Xi’an: Um 22 Uhr ist Schluss, da muss man wirklich wissen, wo man vielleicht in einem Lokal oder Hotel noch etwas zu trinken oder zu essen bekommt. Auch das Essen war für beide Seiten eine Umstellung, aber eines konnten die Acherner Gymnasiasten auch erfahren: So manches, was die Chinesen angeblich vorwiegend essen, gehört ins Reich der Klischees.

Gegen Ende des Aufenthalts der Chinesen in Achern gab es ein herzliches Zusammentreffen mit Oberbürgermeister Klaus Muttach vor dem Rathaus in der Illenau und Jürgen Franck führte die Gäste durch die Illenau. Das Gastgeschenk eines Kugelschreibers der Stadt Achern nahmen die Gäste gerne an, OB Muttach erhielt als Gegengeschenk ein Seidentuch. Und zum Abschluss gab es ein Gruppenfoto.

Beim Abschied von seinem Austauschpartner Danail Ignatovski trug Chen Yu Wang übrigens ein Bayern-Trikot. Der Ruhm des FCB ist also ganz offensichtlich auch in Hangzhou angekommen.

 

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