„Venite! Venite!“ So hieß es mehr als einmal bei den Führungen, die den LateinschülerInnen der 10. Klasse die römische Kultur und Geschichte der ältesten Stadt Deutschlands näherbrachten. Zum zweiten Mal gab es in dieser Art eine Latein-Fahrt, die auch gleichzeitig für viele eine Latein Abschluss-Fahrt war. Sie machte die sonst so theoretischen Lehrbuchtexte über die Römer, ihre Kultur und ihre Geschichte überaus anschaulich. Zusammen mit Herrn Weber und Frau Kison waren die 15 discipuli discipulaeque vom 19. bis 21. Juli 2017 unterwegs.

Nach einer fast sechsstündigen Zugfahrt und einem kurzen Fußmarsch erreichten wir unsere Jugendherberge in Trier, die eine schöne Lage direkt neben der Mosel hat und zentrumsnah liegt. Nachdem wir unsere Koffer abgestellt und etwas Zeit im Außengelände verbracht hatten, begaben wir uns am Nachmittag auch schon zu unserem ersten Programmpunkt in der Innenstadt von Trier, der Porta Nigra.

Die Porta Nigra ist das Wahrzeichen der Stadt Trier. Dort machte die Klasse eine Erlebnisführung durch das gesamte Gebäude, bei der zwei römische Soldaten, ein normaler Legionär und ein Centurio, dargestellt durch Schauspieler vom Theater Trier, unserer Reisegruppe auf unterhaltsame Weise die Ordnung und Disziplin römischer Legionäre beibrachten. Auch vermittelten sie uns die wechselvolle Geschichte des Stadttores, redete mit uns über die zwiegespaltene Meinung der Römer über die Religion und zogen schließlich mit uns noch ein kritisches Resümee hinsichtlich der kriegerischen Grundeinstellung der Römer.

Der erste Programmpunkt am Donnerstag war ein Besuch des Amphitheaters. Wir gingen frei ohne eine Führung durch die Katakomben und schauten uns die Überbleibsel einer längst vergangenen Zeit an. Man konnte sich frei bewegen. Deshalb konnten wir sowohl die Arena als auch die Zuschauerränge ausführlich begutachten.

Gegen Mittag besichtigten wir die Reste der imposanten Kaiserthermen mit dem weit verzweigten System der Versorgungsgänge, über die im kalten Germanien ununterbrochen für die gewünschte Wärme gesorgt wurde. Es war ein Labyrinth an Gängen in denen man sich leicht verlaufen konnte.

Der Weg führte uns auch in die Basilika des Konstantin - ein beeindruckendes Zeugnis spätantiker römischer Baukunst mitten in Trier, das bis in die Gegenwart auf vielfältige Weise weiter genutzt und dadurch erhalten worden ist. Besonders faszinierend war die erst vor kurzem erbaute Kirchenorgel.

Wer wollte, konnte mittags sogar ein Römisches Essen genießen. Den Schülern, die den Mut dazu hatten, schmeckte es.

Am Nachmittag besuchten wir im Landesmuseum die Ausstellung „Im Reich der Toten“ und erkundeten danach auf eigene Faust das übrige Museum.

Am Freitag reisten wir schließlich wieder nach Achern zurück. An diesen zwei Tagen in Trier sind die Inhalte des Lateinunterrichts erlebbar geworden und werden somit als Bereicherung des Unterrichts und im besten Sinne des Wortes „Lernen am anderen Ort“ in Erinnerung bleiben.

Vielen Dank an Frau Kison und Herrn Weber für die Organisation und Durchführung der Lateinerfahrt!