Abrakadabra und die Farbe fand auf die Leinwand

Es ist diese entspannte und doch hochkonzentrierte Atmosphäre, die solche Workshoptage auszeichnet. Zu Gast im Rahmen der Schülerakademie Kunst war der Maler und Performancekünstler Mark Krause, der es gewohnt ist unter den Augen eines begeisterten Publikums und in Begleitung von Musik schnell und gekonnt seine Malerei auf große Leinwände zu bringen. Im Zentrum stand die Freude am Experimentieren, Ausprobieren und auch den Zufall für sich arbeiten zu lassen.
Dabei kommt Mark Krause selbst aus der Schule des Wiener Aktionisten Hermann Nietsch, so ist es naheliegend den Auftakt des Tages mit einer Farbschüttung als gemeinsame Aktion zu beginnen.
Mit verdünnter Farbe auf grundierten Untergründen werden Farbenmuster erzeugt, die aus der Lust am Gestalten entstehen. Dann folgt wieder nach der Intuition die Reflexion und Planung nach einem Konzept. Im Mittelpunkt, die Suche nach einem Porträt, welches sich mit dem Bildraum verbindet.
Die Schülerinnen arbeiten parallel an zwei Bildern und tasten sich heran bis sie ohne Notendruck und zu hohe eigene perfektionistische Ansprüche Vertrauen in das eigene Gestalten gewinnen. Da wir an diesem Tag vierzehn Schülerinnen betreuen und als Team Hand in Hand zusammenarbeiten, profitieren die Schülerinnen von der Demonstration und der konstruktiven Kritik und den technischen Hilfen beim Malprozess. Es geht um Fragen, wie man harmonische Farbmischungen erhält, Vorder- und Hintergrund malerisch verbindet, Kompositionen umsetzt oder mit der Malpalette richtig umgeht. Jede Frage ist erlaubt, keine Frage unwichtig. Die Schülerinnen sind gelöst und vertieft, wollen kaum Pausen machen, da sie es nicht als anstrengend empfinden. Dennoch gibt es auch Momente des Zweifelns. Gelingt das Motiv, wie erwartet oder sollte man lieber aufhören, um das Gelungene nicht zu übermalen. Mut gehört genau wie Vertrauen zum Gestaltungsprozess.
Die Zeit fliegt dahin und es gibt immer wieder Impulse. Z.B. die zeitgenössischen Porträtmalereien von Cornelia Schleime aus Berlin, die den Hannah Höch Preis 2016 erhielt und in der Öffentlichkeit durch ihre Porträts von schönen Nonnen und dem Papst in den Galerien gefeiert wurde. Allen Schülerinnen gelingt es an nur einem Tag ein Acrylbild zu beenden und sogar ein zweites größeres Format anzugehen. Keiner hätte es sich vielleicht zu Beginn so zugetraut. Doch wie durch Zauberei gelingt es, beflügelt durch die Freude, sich einen Tag lang nur darauf einzulassen und sich selbst und die Zeit zu vergessen.

Redaktion und Fotos: Suzanne Hammann, Leiterin der Schülerakademie Kunst

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