Figürliches Malen und Zeichnen

 

Figürliches. Jeder weiß, was es heißt, eine gute oder schlechte Figur zu machen. Und wie verhält es sich im Bild? Hier führt kaum ein Weg an der Figur vorbei, ob es sich nun um einen Menschen, ein Tier, eine Pflanze, ein Objekt oder eine abstrakte Figur handelt. Linear oder flächig entsteht vor unserem Auge ein Formzusammenhang, eine Figur, die wir von einem sie umgebenden oder von ihr eingeschlossenen Grund zu unterscheiden suchen. Wer sich den Menschen zum Bildgegenstand nimmt und nach dem Modell malt und zeichnet, hat unabhängig von der Figur-Grund-Beziehung noch eine Reihe weiterer bildnerischer Probleme zu bearbeiten: Proportionen, Gliederung, Volumen, Position im Raum, um nur einige zu nennen. Die Lineare Bleistiftzeichnung hilft uns bei der Annäherung. Die Linie folgt der dem Körper, seiner Gliederung, seinem Volumen und seiner Position im Raum.  Die Linie bleibt nicht an der Kontur hängen, gilt es doch, einen organischen, lebendigen Körper in seiner Gesamtheit zu verstehen.  Weg von der Kontur, hin zur Konstruktion! Weg vom flachen, gleichbleibenden Umfahren des Umrisses, hin zur volumenbildenden, an- und abschwellenden, organischen und somit lebendigen Linie!

Wie zuvor im Unterricht standen sich auch jetzt die Schüler wechselseitig Modell. Der klassische Kontrapost bildete den Ausgangspunkt. Um für die Malerei einen Zugang zu diesem komplexen Motiv zu finden, galt es die Zahl der Gestaltungsmittel zu reduzieren. Auch hier ist weniger mehr: Die Farbe füllt nicht eine zuvor gezeichnete Form. Der breite Borstenpinsel formt schwarze Farbe mit einfacher Geste zu einem flächigen Körper. Mit dem Pinselzug und seiner Gliederung erhält der Körper Beine, Arme, Hals und Kopf. Im Wechselzug mit der Figur wird der Grund in helleren oder wärmeren Farben gemalt. Das dichte Schwarz der Figur wird aufgebrochen. Es entstehen malerische Grautöne, die in der Nachbarschaft zu anderen Farben im Bild mal wärmer und mal kälter wirken. Die Figur wächst im Schichten von warmen und kalten Farben. Die Figur ist eingebettet in den Raum der Farbe. So nimmt nicht nur die Figur Gestalt an. Ein Ort, der bisweilen Halt bietet, deutet sich an. Ein Bild des Menschen. Welches Bild mache ich mir von dir und mir?

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