Einige Minuten vor Beginn des Theaters standen die „Zeitgötter“ schon auf der Bühne und starrten das Publikum für einige Minuten an. Ohne sich zu bewegen starrten sie uns an und die Zeit bis zum Beginn des Stückes zog sich. Es war ungewöhnlich und fast schon langweilig den Göttern zuzuschauen, beim gar nichts tun. Doch war das schon die erste Lektion, die wir an diesem Abend lernen sollten. Die Zeit zieht sich qualvoll lang, wenn man auf etwas wartet. Aber was sich am Anfang noch zog, verging im Endeffekt doch schneller als gedacht, da das Theaterstück verschiedene alltägliche Situationen darstellt, in denen sich so gut wie jeder wiedererkennen konnte. Dabei gab es den todlangweiligen Physikunterricht, der nicht zu vergehen scheint, den eine viel zu motivierte Professorin unterrichtet, das Warten auf eine viel zu beschäftigte Person, die immer zu spät kommt oder die Zeit, die man als Jugendliche*r mit seinen Freunden hat, bei der man denkt man hätte sie für immer. In weiteren Szenen, wird dem Publikum der Alltag verschiedener Menschen näher gebracht und wie die Zeit jeden und alles beeinflusst, werden auch immer wieder Zeitgötter aktiv, die unsere Idee der Zeit hinterfragen.
Diese nichtmenschlichen Wesen fragen sich, wie es sein kann, dass man nun mal weniger oder mal mehr Zeit haben kann, wie die Zeit mal schneller oder langsamer vergehen kann oder wie man sie gar verschwenden oder nutzen kann, wenn die Zeit doch immer konstant bleibt. Und was ist denn die Zeit überhaupt und wie kann es sein, dass wir eine Formel und Uhren haben, um sie zu messen?
So geht man aus diesem Theaterstück mit dem Gedanken, was Zeit für sich selbst bedeutet und was man mit ihr anfangen möchte. Sie ist und bleibt ungreifbar. Es ist die Aufgabe jedes einzelnen zu entscheiden, wie man seine Zeit verbringt und sinnvoll nutzt.