Achern (gat). „Treten Sie ein, lassen Sie sich stören“ lädt das Illenau-Theater Achern derzeit zu seinem Theaterstück „Bitte nicht stören“ ein. Am Freitagabend war Premiere im Theatersaal im Maison de France. Die Aufführung, entstanden in Zusammenarbeit zwischen dem Illenau Theater und Zehntklässlerinnen des Gymnasiums Achern, sie hat etwas von epischem Theater. Es packt durch das Spiel der Schauspielerinnen auf der Bühne und es klärt auf, wenn sich diese alle auf der Bühne versammeln, innehalten und sachlich erklären, was Angst- oder neurobiologische Entwicklungsstörungen mit Menschen machen. Im Theaterspiel selbst wiederum wird eindrücklich dargestellt, wie hilflos Betroffene sind, ihre Störung jemandem zu erklären, der das in seiner Normalität gar nicht begreifen kann oder nicht will.
Ort des Geschehens ist das „Hotel Lichtblick“, in dem Managerin Katharina Best (Madita Noyes) gleich zu Beginn einen ihrer Gäste richtiggehend empört angeht mit der Frage „Sind Sie gestört, oder was“. Damit steht das Leitmotiv für das Stück. Mit zum Hotelpersonal gehören Hotelfachfrau Giulia (Laura Pregger) und Zimmermädchen Vera (Enie Hankel), die sich selbst nicht im Griff hat und von den Hotelgästen schon einmal etwas an sich nimmt. Profiteurin von all den Störungen, die im Lauf des Theaterstücks offensichtlich werden, ist Henrike van Spieke (Constanze Fliegel). Sie will sich zum Schreiben zurückziehen und findet im Hotel mit all seinen eigentlich normalen, aber durch ihre Störungen doch skurrilen Gästen (gespielt von Lana Dalloul, Amy Roth, Romy Sauer und Anna Zengerle) reichlich Inspiration. Und so entpuppt sich: Auf den Fluren und in den Zimmern des Hotels treffen Menschen aufeinander, die alle ihren eigenen Störungsrucksack auf dem Buckel tragen, wobei das Theaterstück am Schluss auf die provokante Frage hinausläuft: Wer ist eigentlich nicht gestört? Und als Lösung bietet das Drama an: „Weißt du, wenn wir alle einfach ein bisschen offener durch die Welt gehen würden, würde das mehr Verständnis und Empathie gegenüber unserem Mitmenschen schaffen.“ „Denn das Unsichtbare“, so der Theaterprospekt, „stört im Grund in erster Linie deswegen, weil wir es nicht verstehen.“
Dramaturgisch beeindruckend waren im Stück eingefrorene Standbilder, für die die gesamte Bühne in nachtblaues Licht getaucht wurde. Szenische Auflockerung brachten die Umbauten der Bühnenbilder, bei denen alle Akteurinnen beherzt und kooperativ anpackten und die Bühne mit den wenigen Requisiten in Kürze wieder in ein neues Erscheinungsbild verwandelten. Im Anschluss an die Aufführung bot das Theater-Team dem Publikum noch ein Gespräch an.
Alle zwei bis drei Jahre entsteht unter Leitung der engagierten Theaterpädagogin Rosa Maria Gannuscio zwischen Illenau Theater und Gymnasium Achern eine solche Theateraufführung. Das Stück „Bitte nicht stören“ haben die Zehntklässlerinnen selbst verfasst. Intensiver Beifall war der Lohn für die gelungene, berührende Aufführung. Weitere Aufführungen sind am 23. und 24. Oktober, 19.30 Uhr.
Fotos:
„Bitte nicht stören“ heißt das aktuelle Stück im Illenau Theater. Es ist ein Kooperationsprojekt mit dem Gymnasium Achern
Sind Sie gestört, oder was?
Achern (gat). „Treten Sie ein, lassen Sie sich stören“ lädt das Illenau-Theater Achern derzeit zu seinem Theaterstück „Bitte nicht stören“ ein. Am Freitagabend war Premiere im Theatersaal im Maison de France. Die Aufführung, entstanden in Zusammenarbeit zwischen dem Illenau Theater und Zehntklässlerinnen des Gymnasiums Achern, sie hat etwas von epischem Theater. Es packt durch das Spiel der Schauspielerinnen auf der Bühne und es klärt auf, wenn sich diese alle auf der Bühne versammeln, innehalten und sachlich erklären, was Angst- oder neurobiologische Entwicklungsstörungen mit Menschen machen. Im Theaterspiel selbst wiederum wird eindrücklich dargestellt, wie hilflos Betroffene sind, ihre Störung jemandem zu erklären, der das in seiner Normalität gar nicht begreifen kann oder nicht will.
Ort des Geschehens ist das „Hotel Lichtblick“, in dem Managerin Katharina Best (Madita Noyes) gleich zu Beginn einen ihrer Gäste richtiggehend empört angeht mit der Frage „Sind Sie gestört, oder was“. Damit steht das Leitmotiv für das Stück. Mit zum Hotelpersonal gehören Hotelfachfrau Giulia (Laura Pregger) und Zimmermädchen Vera (Enie Hankel), die sich selbst nicht im Griff hat und von den Hotelgästen schon einmal etwas an sich nimmt. Profiteurin von all den Störungen, die im Lauf des Theaterstücks offensichtlich werden, ist Henrike van Spieke (Constanze Fliegel). Sie will sich zum Schreiben zurückziehen und findet im Hotel mit all seinen eigentlich normalen, aber durch ihre Störungen doch skurrilen Gästen (gespielt von Lana Dalloul, Amy Roth, Romy Sauer und Anna Zengerle) reichlich Inspiration. Und so entpuppt sich: Auf den Fluren und in den Zimmern des Hotels treffen Menschen aufeinander, die alle ihren eigenen Störungsrucksack auf dem Buckel tragen, wobei das Theaterstück am Schluss auf die provokante Frage hinausläuft: Wer ist eigentlich nicht gestört? Und als Lösung bietet das Drama an: „Weißt du, wenn wir alle einfach ein bisschen offener durch die Welt gehen würden, würde das mehr Verständnis und Empathie gegenüber unserem Mitmenschen schaffen.“ „Denn das Unsichtbare“, so der Theaterprospekt, „stört im Grund in erster Linie deswegen, weil wir es nicht verstehen.“
Dramaturgisch beeindruckend waren im Stück eingefrorene Standbilder, für die die gesamte Bühne in nachtblaues Licht getaucht wurde. Szenische Auflockerung brachten die Umbauten der Bühnenbilder, bei denen alle Akteurinnen beherzt und kooperativ anpackten und die Bühne mit den wenigen Requisiten in Kürze wieder in ein neues Erscheinungsbild verwandelten. Im Anschluss an die Aufführung bot das Theater-Team dem Publikum noch ein Gespräch an.
Alle zwei bis drei Jahre entsteht unter Leitung der engagierten Theaterpädagogin Rosa Maria Gannuscio zwischen Illenau Theater und Gymnasium Achern eine solche Theateraufführung. Das Stück „Bitte nicht stören“ haben die Zehntklässlerinnen selbst verfasst. Intensiver Beifall war der Lohn für die gelungene, berührende Aufführung. Weitere Aufführungen sind am 23. und 24. Oktober, 19.30 Uhr.
Fotos:
„Bitte nicht stören“ heißt das aktuelle Stück im Illenau Theater. Es ist ein Kooperationsprojekt mit dem Gymnasium Achern








